Vereins Chronik des SV Germania Bietigheim

75 Jahre Fußball in Bietigheim – Vereins Chronik des SV Germania Bietigheim

Dieser Text ist ein gekürzter Auszug aus der „Festschrift“ zum 75jährigen Jubiläum SV Germania Bietigheim.

Das Eröffnungs- bzw. Gründungsspiel soll gegen den Karlsuher Fußballverein bestritten worden sein. Das erste Spielfeld wurde in der Kiesgrube angelegt. Übrigens, die alte Kiesgrube war in der heutigen Bergstraße, im sogenannten „Zinken“. Ab dem Jahr 1923 sind über den Spielbetrieb Protokollbücher vorhanden.

Im Jahre 1923 wurden von der 1. Mannschaft insgesamt 15 Spiele ausgetragen, davon 6 gewonnen, 5 verloren und 4 endeten unentschieden; Im Spieljahr 1923/24erhöhte sich die Anzahl der Spiele auf 18, davon wurden 14 gewonnen 3 verloren und 1 Spiel endete unentschieden. Im Jahr 1924/25 erreichte man ähnliche Ergebnisse wie im Vorjahr. Das Spieljahr 1925/26brachte einen deutlichen Aufschwung.

Von 18 ausgetragenen Spielen wurden 10 gewonnen, 5 verloren und 3 endeten unentschieden, das Torverhältnis war allerdings mit 41:58 negativ. Im Spieljahr 1928/29wurde durch Abstimmung der Murg-Gau in den Murg- und Hardtbezirk aufgeteilt. Der Hardtbezirk umfaßte folgende Vereine: Bietigheim, Rastatt, Ötigheim, Muggensturm, Durmersheim und Bruchhausen. Zum Ende der Runde stand Bietigheim in der Hardtstaffel auf dem vorletzten Tabellenplatz mit 3 gewonnenen und 7 verlorenen Spielen. 1929/30kam eine erneute Klassenneueinteilung, Bietigheim spielte nun gegen folgende Vereine: Niederbühl, Frankonia Rastatt, Freistett, Schwarzach, Sandweier, Iffezheim und Lichtenau. Hinter Niederbühl belegte man den 2. Platz.

1930/31hat Bietigheim mit 28:4 Punkten die A-Klassen-Meisterschaft errungen und stieg, nachdem die Aufstiegsspiele gegen Hasiach und Ottenau erfolgreich beendet wurden, in die Kreisklasse auf. 1931/32. In dieser Verbandsrunde war unsere Mannschaft in der unteren Tabellenhälfte zu finden. Zum ersten Mal wurde im Jahr 1932 im Protokollbuch eine Jugend erwähnt. Am 24. 4. 1932 verlor die A-Jugend gegen Mörsch mit 4:3 Toren. Am Sonntag, 29. Mai 1932, nahm die Jugend an einem Jugendlager in Malsch teil. 1932/33.Insgesamt wurden 24 Spiele ausgetragen, davon 7 gewonnen, 10 verloren und 7 unentschieden gestaltet. Torverhältnis 53:68. 1933/34. Beginn der Verbandsrunde gegen Rotenfels, das Spiel endete 1:1. Die Runde lief nicht wie gewünscht, nach 21 Spielen belegte man mit 19 Punkten den fünftletzten Platz.

Am 6. Juni 1934 wurde das 15-jährige Stiftungsfest begangen, dabei wurde eine Pokalwoche ausgetragen. Pokalsieger wurde Phönix 06 Durmersheim. Das Jubiläumsspiel zwischen Bietigheim und 05 Saarbrücken endete 2:2. Am 27. September 1934 wurde eine Leichtathletikabteilung gegründet. So bestand der SV Germania fortan aus 2 Abteilungen. 1934/35.Am 2.9.1934 begannen die Verbandsspiele, wobei beide Seniorenmannschaften sowie die Jugend gegen die gleichen Gegner in ihrer Klasse spielten. Von der 1. Mannschaft wurden insgesamt 22 Spiele ausgetragen, davon 13 gewonnen, 2 verloren und 7 endeten unentschieden. Die Leichtathleten erringen durch Lorenz Hettel am 23.6.1935 mit 11,85 m im Kugelstoßen ihren ersten Kreismeistertitel. Mit 4.021 Punkten wird unter 25 Kreisvereinen der 1. Platz belegt.

1935/36. Die Runde begann mit dem Schlagerspiel Bietigheim – Ötigheim und endete mit einem 4:2 Erfolg der Bietigheimer. Einen Kantersieg mit 9:0 landeten die Germanen gegen Hörden. Ein während der Runde durchgeführtes Winterhilfsspiel gegen eine kombinierte Mannschaft von Elchesheim/Illingen endete mit einem 12:1 Sieg. Trotz einer relativ guten Runde ging der Meistertitel in dieser Spielzeit an die Rastatter Frankonen. Durch das Olympiajahr getragen, erlebte auch die Leichtathletikabteilung im Jahr 1936 einen besonderen Aufschwung. Sie verzeichnete bereits 64 beitragszahlende Mitglieder.

1936/37. Das erste Verbandsspiel wird gegen Forchheim 2:0 gewonnen, nach 9 Spielen führte Bietigheim, gefolgt von dem alten Rivalen Ötigheim, die Tabelle an und holte sich auch später den Meistertitel. Im gleichen Jahr lagen auch die Reservemannschaft und die Jugendmannschaft unangefochten an der Tabellenspitze. Die folgenden Aufstiegsspiele gegen den VFB Baden-Baden brachten eine große Enttäuschung für die Bietigheimer Fußballfreunde. Schon das Heimspiel wurde mit 1:4 verloren, im Rückspiel kam man gar mit 6:0 unter die Räder. Durch Ableistung des Wehrdienstes und Einzug zum Arbeitsdienst hatte die Abteilung Leichtathletik die ersten Verluste an aktiven Wettkämpfern, die Jugendabteilung indessen vergrößerte sich in diesem Jahr.

In den Spieljahren 1937/38belegte die 1. Mannschaft gute Mittelplätze. Nach Ausbruch des Krieges war es für einige Jahre mit dem Fußballspielen zu Ende; auf dem Sportplatz wurde eine Artilleriestellung gebaut, so daß dieser zunächst nicht mehr zu gebrauchen war. Die Leichlathleten waren jedoch noch bis 1942 aktiv. Seit Gründung der Leichtathletikabteilung bis zur zwangsweisen Beendigung der Wettkämpfe im Jahre 1942 hatte man sich an insgesamt 1978 Wettbewerben beteiligt und dabei 185 Einzel- und 40 Mannschaftssiege errungen. Sofort nach Beendigung des unseligen Zweiten Weltkrieges regte sich wieder der sportliche Geist innerhalb der Gemeinde. Es sollte auch nicht mehr lange dauern, bis es am 1. Februar 1946unter Alois Krumm, als 1. Vorsitzender, zur Gründung des Sportvereins „Germania“ kam.

Die Schwierigkeiten waren damals ungemein groß. An die Beschaffung von Sportausrüstung, Fußballstiefel, Bälle und ähnlichem war überhaupt nicht zu denken. Wie man es damals schaffen konnte, einen Sportbetrieb auf die Beine zu stellen, wird ein Rätsel bleiben. Jedenfalls haben die damaligen Funktionäre viel Liebe zum Fußballsport gezeigt; ohne Idealismus und persönliche Opfer des Einzelnen wäre es einfach nicht gegangen. Bei den ersten Rundenkämpfen im Jahre 1946 wurde die 1. Mannschaft des Vereins auf Anhieb Meister der Staffel V des Bezirks Baden-Baden. Zu bedenken ist jedoch, daß damals alle Mannschaften, die sich am Spielbetrieb beteiligten, in einer Klasse, aufgeteilt nach verschiedenen Staffeln, spielten. Eine Klassenneuaufteilung bahnte sich im Spieljahr 1946/47 an.

Das legendäre Spiel gegen den SV Offenburg versperrte damals den Einzug der Germanen in die Zonenliga. Bis zum Jahre1950/51 verblieb man dann in der damaligen A-Klasse Nord, schaffte den Meister und errang die Bezirksmeisterschaft gegen den Staffelsieger der Staffel Süd, Bühlertal, in Kuppenheim mit 1:0. Die Jahre nach dem Zusammenbruch brachten für die Leichtathleten eine Blüte im wahrsten Sinne des Wortes. Die Zahl der Aktiven war noch nie so hoch wie in den Jahren 1948 bis 1952. Die Leichtathletikabteilung des SV Germania hatte über die nähere Umgebung hinaus einen sehr guten Ruf. 1948 nahm man an 18 Veranstaltungen teil, im Jahre 1949stellte der Verein erstmals einen Deutschen Meister – Heinz Fütterer. Er wurde vom damaligen Betreuer der Leichtathleten, Lorenz Hettel, aufgebaut und schaffte die Deutsche Meisterschaft im Weitsprung in Braunschweig. Beflügelt von diesem Erfolg war die Begeisterung für die Leichtathleten so groß, daß die Fußballer in diesen Jahren fast im Schatten dieser aufstrebenden Abteilung standen. Der Weggang von Heinz Fütterer zum damaligen FC Phönix Karlsruhe, des späteren KSC, lähmte zwar nicht die Abteilung, doch der absolute Zenit war erklommen. Man hatte genügend Anhänger, trainierte auch im Winter nur im Freien, und zwar unerbittlich hart. Das war der Unterschied zwischen dem Ruhm, den Fütterer für Bietigheim einbrachte und dem Ansehen, das man sich später erwarb.

Die Ära Fütterer mag Zufall gewesen sein, die späteren Leistungen jedoch die Auswirkung zäher und guter Arbeit. Wenn heute vom SV Germania Bietigheim gesprochen wird, dann doch zumeist immer in Beziehung zur 2. Amateurliga Südbaden. Vor allem in der Zeit zwischen 1950 und 1970 war für die Fußballfans der Begriff, 2. Amateurliga und SV Germania Bietigheim, sehr eng miteinander verbunden. Ein Jahr nach der Gründung der 2. Amateurliga im Jahre 1950, also im Jahre 1951, kam der SV Germania in diese Klasse. Am 26. August 1951 begann der Ernst des Amateurliga-Daseins mit einem 1 :0 Sieg bei der Spvgg. Bühlertal. Es folgten dann eine 1:2 Niederlage bei der Spvgg. Ottenau die gerade aus der 1. Amateurliga abgestiegen war, ein 1:1 zu Hause gegen VFB Bühl und dann auch der erste Heimsieg, der mit 3:0 gegen den SV Orschweier recht deutlich ausfiel. Im weiteren Verlauf der Spiele mußte zu Hause nur noch einmal gegen den SV Mörsch (2:2) ein Punkt abgegeben werden, der Rest der Spiele wurde gewonnen. Und da es auswärts nur Niederlagen in Oberachern (1:4), Ottenau (1 :2) und Wolfach (0:5) gegeben hatte, wurde der Neuling SV Germania Bietigheim auf Anhieb Meister der Staffel 1 der 2. Amateurliga mit 49:11 Punkten, vor dem SV Mörsch, der es auf 46:1 4 Punkte brachte. Leider gab es damals noch nicht den direkten Aufstieg in die 1. Amateurliga und ausgerechnet in diesem Jahr konnte auch nur eine Mannschaft aufsteigen. Wir versuchten unser Glück gegen die Sportfreunde Freiburg und gegen den FC Radolfzell.

Gleich das erste Spiel brachte uns in Radolfszell eine 1:6 Niederlage, dann gab es gegen die Sportfreunde Freiburg einen 2:0 Sieg und alles schien wieder in Ordnung. Doch eine erneute Niederlage in Freiburg mit 2:4 und eine weitere Niederlage daheim gegen den FC Radolfzell mit 0:2 beendeten alle Aufstiegsträume. Aufsteiger war ohne Niederlage der FC Radolfzell, und wir waren weiterhin in der 2. Amateurliga. Im Spieljahr 1952/53waren wir 6 Punkte hinter dem Meister. Der mißlungene Aufstieg hat aber unsere Mannschaft nicht aus dem Gleichgewicht gebracht, ein neuer Versuch wurde gemacht, und die Mannschaft hatte im Spieljahr 1952/53 einen Bombenstart. Zur Meisterschaft reichte es aber nicht. 1953/54.Nach der Vorrunde vom Abstieg bedroht. In der dritten Spielzeit im südbadischen „Unterhaus“ konnte unsere Mannschaft v.a. in der Vorrunde nicht an die Leistungen der Vorjahre anknüpfen. Letztendlich erreichte man dem 8. Tabellenplatz. 1954/55. Wieder auf dem achten Platz. Die vierte Saison in der 2. Amateurliga glich der dritten in ihrem Ablauf fast wie ein Ei dem anderen. In diesem Jahr hat der Verein auch die „Satzungen des Sportvereins Germania Bietigheim/Bd.e.V.“ ausgearbeitet und in Kraft gesetzt. (3. April 1954). 1955/56. Dem Abstieg nur um 2 Punkte entronnen.

Die Spielzeit 1955/56, die fünfte in der 2. Arnateurliga, wurde eine sehr kritische. Wieder gab es eine sehr schwache Vorrunde mit einem mißglückten Saisonstart beim VFB Gaggenau (1:2). Nur beim FC Illingen (3:3) konnte ein Punkt geholt werden. Auf eigenem Platz wurden Punkte gegen den VFR Achern 0:1, SV Oberkirch 1:1, Zunsweier 0:0 und SV Oberachern 2:3 abgegeben, so daß das Abstiegsgespenst bereits nach Ende der Vorrunde umherging. Bei „Halbzeit“ hatten nur Schutterwald und Ötigheim (je 10 Punkte) weniger Punkte als unsere Mannschaft. Letztendlich hatten wir 2 Punkte mehr als Schutterwald und Oberachern, die beide punktgleich waren und ein Entscheidungsspiel austragen mußten.

1956/57 wieder in der oberen Tabellenhälfte. Der Abstiegsschock vom Vorjahr hatte eine heilsame Wirkung. So nahm die sechste Saison in der 2. Amateurliga mit einem 3:0 Sieg gegen den SV Sinzheim einen verheißungsvollen Anfang. Es folgten ein 2:2 beim FV Fautenbach und ein 2:1 Heimsieg gegen den Kehler FV. Der Fußballhimmel stand wieder offen. Zwar wurden in der Vorrunde nicht mehr alle Wünsche erfüllt, denn es gab gegen Kappelrodeck eine 1:5 und gegen die OFV Reserve eine 1:3 Heimniederlage sowie ein 1:1 gegen den VFR Achern, dafür aber Siege in Au mit 3:2 und Ottenau 1:0, sowie ein Remis, 2:2 in Hörden. In der Rückrunde wurde zu Hause dann nur noch 1 Punkt (1:1 gegen Frank. Rastatt) abgegeben, während von auswärts 3 Punkte mitgebracht wurden. (6:3 in Sinzheim und 2:2 in Illingen). So konnte hinter Achern, Kehl, Offenburg lb, Oberkirch und Kappelrodeck der 6. Platz belegt werden.

Die III. Mannschaft, die in der C-Klasse Nord spielte wurde Meister und stieg in die B-Klasse auf. 1957/58.Wieder nur ein Auswärtssieg. Das siebte Jahr, das bekanntlich ein kritisches sein soll, wurde für unsere Mannschaft in der 2. Amateurliga nicht zu einem kritischen Jahr. Zwar gingen manche Wünsche und Hoffnungen nicht in Erfüllung, am Ende konnte aber trotzdem noch mit klarem Abstand der 12. Tabellenplatz belegt werden. Auffallend war aber die Auswärtsschwäche, denn wie schon in der vorhergegangenen Saison konnte wiederum nur ein Auswärtssieg (2:1 in Zunsweier) errungen werden. Dafür gab es drei Heimniederlagen gegen Kappelrodeck 2:3, Offenburg lb 3:5 und Ötigheim 1:2. Achern und Illingen hatten in Bietigheim jeweils 2:2 gespielt. 1958/59. Abstiegssorgen in der Vorrunde. Der Start in die 8. Amateurliga-Saison war mit einer 1:5 Niederlage beim SV Oberkirch alles andere als verheißungsvoll. Als auch noch das erste Heimspiel gegen Neuling Lauf mit 2:5 verlorenging, begannen erneut die Abstiegssorgen, welche über die ganze Vorrunde hinweg nicht abrissen, obwohl es im dritten Spiel in Au mit einem 1:1 den ersten Punkt gab und im vierten Spiel gegen Illingen mit 4:0 der erste Sieg gelang. Da aber auch noch die folgenden Heimspiele gegen Achern 2:3, Baden-Baden 0:1 und Ötigheim 0:2 verloren wurden und auswärts nur zwei Punkte in Au 1:1 und Sinzheim 2:2 geholt wurden, gehörte die Mannschaft zur „Halbzeit“ mit 10 Punkten, zusammen mit Ötigheim (8 Punkte) und Zunsweier (10) zu den am meisten gefährdeten Mannschaften.

Die Rückrunde brachte aber dann eine nie erwartete Steigerung mit großartigen Erfolgen. Auf eigenem Platz ging nur noch das Spiel gegen Oberkirch mit 2:3 verloren, auswärts gab es Siege in Lauf 4:2, Offenburg 3:1, Zunsweier 3:1, und bei der Frankonia Rastatt. Dazu kamen Unentschieden in Ötigheim und beim späteren Meister SC Baden-Baden, jeweils 1 :l. So wurde am Ende noch ein guter 7. Platz hinter Baden-Baden, Lichtental, Oberkirch, Kappelrodeck, Zell und Au belegt. 1959/60. Nach der Vorrunde auf Platz 3. Mit einem 5:4 Heimsieg gegen FV Lichtental gelang ein feiner Start in die Verbandsrunde 1 959/60. Auch das dann folgende 1:1 im Harmersbachtal beim Zeller FV zeigte, daß unsere Mannschaft vorn mitreden wollte. Sie hielt auch bis zur Rückrunde ausgezeichnet mit. Zu Hause wurden bis dahin nur 4 Punkte, gegen Sinzheim 0:1, Au 2:2, Oberkirch 1:1 abgegeben. Gewonnen wurde in Achern 5:2, lllingen 3:2, Offenburg 2:1, Zunsweier 3:1 und beim Lahrer FV 4:0. So lag die Germania nach 15 Spielen mit 23:9 Punkten nur knapp hinter Zell mit 26:6 Punkten und Oberkirch mit 25:7 Punkten.

Diesmal enttäuschte die Rückrunde mit Heimniederlagen gegen Achern 2:4 und Illingen 3:4, sowie Unentschieden gegen Baden-Oos 2:2 und Lauf 3:3. Auswärts konnte nur noch 1 Punkt in Lichtental 2:2 geholt werden, so daß wir uns mit einem 6. Platz hinter Oberkirch, Zell a.H., Au, Achern und Baden-Oos bescheiden mußten. 1960/61. Wieder einmal Abstiegssorgen. Recht unglücklich verlief das 10. Jahr in der 2. Amateurliga. Zwar wurde mit einem 3:2 Sieg über den SV Haslach i.K. begonnen, doch in der Folge gab es mehr Niederlagen als Siege, sodaß man am Ende der Vorrunde mit Ottenau (10 Punkte) und Gernsbach (11 Punkte) das Tabellenende zierte, zumal man mit einem Abstieg von 3 Mannschaften rechnen mußte. In der Rückrunde fielen dann aber Ottenau und Gernsbach total ab, so daß diese beiden Mannschaften abstiegen. Unsere Mannschaft konnte sich aber auch in der Rückrunde nicht steigern, erzielte aber die gleiche Anzahl von Punkten wie in der Vorrunde und belegte damit den 15. Platz unter 17 Mannschaften. Erfreulicherweise stieg in diesem Jahr keine Mannschaft aus der 1. Amateurliga in die Staffel 1 der 2. Amateurliga ab, so daß der Klassenerhalt gesichert war.

1961/62.Nach der Vorrunde auf dem letzten Platz. Auch in der 11. Saison der 2. Amateurliga mußte man Schlimmes befürchten. Zwar glückte zu Beginn ein 2:1 Heimsieg gegen den Lahrer FV, doch im weiteren Verlauf der Vorrunden-Heimspiele gab es aber nur noch einen Sieg mit 3:0 gegen VFR Achern sowie Unentschieden gegen BadenOos 0:0, Ötigheim und Ettenheim 2:2. Von den Auswärtsreisen wurden nur Punkte aus Seelbach 2:1 und Illingen 1:1 mitgebracht, so daß unsere Mannschaft am Ende der Vorrunde die „rote Laterne“ trug. In der Rückrunde steigerte man sich dann wieder ganz erheblich, imponierte vor allen Dingen mit Siegen in Achern 3:2, Au 4:2, Baden-Oos 2:1 und Zell 3:2, so daß man am Ende noch den 11. Platz belegte. Es war ein nervenaufreibender Kampf, denn der Vorletzte, Lahr, hatte nur 2 Punkte weniger und mußte absteigen.

1962/63.Es ging wieder aufwärts in der Tabelle. Als die Saison 1962/63 mit fünf Siegen gegen Schutterwald 4:0, in Ettenheim 3:2, gegen Seelbach 2:0, in Sinzheim 1:0 und gegen Friesenheim 2:1 begonnen hatte, kam unsere Mannschaft wieder ins Gespräch. Wenn auch das sechste Spiel in Achern mit 2:3 verloren wurde. konnte man dennoch sagen, daß die Durststrecke der letzten Jahre überwunden war. in der Vorrunde wurde zu Hause lediglich ein Punkt gegen Kappelrodeck 1:1 abgegeben. Doch bis zur Rundenmitte gab es auswärts nur noch einen 2:0 Sieg in Zell; damit lag man zur „Halbzeit“ hinter Au 22:8, Elgersweier 21:9 und Ötigheim 20:10 mit 19:11 Punkten auf dem vierten Tabellenplatz. Zwar sammelte man in der Rückrunde nicht mehr so viele Punkte, doch am Ende wurde der vierte Platz hinter Ötigheim, Zell und Au gehalten, wenn auch der Abstand etwas größer wurde. 1963/64.5 Heimniederlagen in der Vorrunde.

Die rückläufige Tendenz, die in der Rückrunde 1962/63 zu erkennen war, hielt leider auch in der Vorrunde 1963/64 an. Sie äußerte sich vor allen Dingen in 5 Heimniederlagen gegen Au 1:4, Sinzheim 0:1, Elgersweier 0:2, Gengenbach 0:3 und Zell a.H. 3:5. Dem standen nur Punktgewinne in Illingen 4:0, Muggensturm 2:1 sowie Achern und Bühl jeweils 4:4 gegenüber. In der Rückrunde gingen dann nur noch die Heimspiele gegen Baden-Oos 1 :2 und Haslach 1:5 verloren, gewonnen wurde aber auch nur in Sinzheim. Die Punkte reichten jedoch insgesamt zum Klassenerhalt bzw. dem 13. Platz.

1964/65.Auswärts nur 14 Treffer erzielt. Im 14. Jahr unserer Zugehörigkeit zur 2. Amateurliga hatten wir den schwächsten Sturm, denn in 15 Auswärtsspielen wurden lediglich 14 Treffer erzielt. Erfreulicherweise lief es dagegen bei den Heimspielen besser. Nur Gengenbach 2:3, der Lahrer FV und der FSV Seelbach mit jeweils 2:1 konnten beide Punkte mit aus Bietigheim nehmen. Au 2:2, Baden-Oos 0:0, Kappelrodeck 4:4 und Elgersweier 2:2 gelang bei uns ein Remis. Auswärts waren wir in der Vorrunde in Iffezheim 3:0 und in der Rückrunde in Muggensturm 3:1 und Ettenheim 2:0 siegreich. Dazu kam noch ein Punkt durch ein Unentschieden 1:1 in Seelbach. Das alles war zwar nicht berauschend, es reichte jedoch zu einem guten Mittelplatz, vom Abstieg war in dieser Runde nicht die Rede.

1965/66.Vorrunde besser als Rückrunde. Obwohl es nach einem 2:0 Heimsieg im ersten Saisonspiel gegen Seelbach in Gengenbach eine hohe 6:1 Niederlage gab, verlief die Vorrunde recht zufriedenstellend. Sie war jedenfalls einträglicher als die Rückrunde. Nur Durmersheim, Lahr, Haslach und Baden-Oos rangierten bei „Halbzeit“ vor unserer Mannschaft, die auf eigenem Platz keinen Punkt abgegeben hatte. Auswärts hatte man dagegen aber lediglich einen Punkt durch ein 1:1 in Baden-Oos aufzuweisen. Die Rückrunde verlief dann weniger erfolgreich. Zwar gab es auswärts 4 Punkte durch einen Sieg in Ettenheim 2:1 und jeweils einem 2:2 in Au und Lichtental, daheim wurden aber dafür auch 5 Punkte abgegeben durch eine 1:2 Niederlage gegen Baden-Oos, 0:1 gegen Durmersheim und ein 0:0 gegen Auenheim. Am Ende reichte dies zu einem guten Mittelplatz.

1966/67.Ohne Sieg in der Vorrunde – beste Mannschaft der Rückrunde. Das wohl verrückteste Jahr in der 2. Amateurliga war die Saison 1 966/67. Es begann mit einer 2:3 Niederlage beim VFB Bühl, und erst im vierten Spiel gab es mit einem 1:1 beim VFB Gaggenau den ersten Punkt, zu dem in der Vorrunde nur noch 3 weitere durch ein Unentschieden gegen Haueneberstein sowie in Iffezheim und Haslach (alle 1 :l) hinzukamen. Ohne Sieg mit insgesamt 4 Punkten gegenüber 8 von Bühl und 10 von Seelbach schien es keine Hoffnung mehr auf den Klassenverbleib zu geben. Dann aber kam eine Rückrunde, die kaum jemals zu überbieten sein dürfte. Zwar brachte das erste Rückrundenspiel in Auenheim mit einer 1:0 Niederlage immer noch nicht den ersehnten ersten Saisonerfolg, doch dies war auch die letzte Niederlage in dieser Saison. Es folgte der erste Saisonsieg gegen die OFV-Reserve mit 5:1, und in der Folge wurden daheim nur noch Punkte gegen Lichtental 0:0 und Seelbach abgegeben. Auswärts mußten die Punkte gegen Haueneberstein 1:1 und Lahr 0:0 geteilt werden, ansonsten wurden sämtliche Spiele gewonnen.

Der SV Germania Bietigheim war die Mannschaft der Rückrunde. Der Klassenerhalt wurde allerdings erst im letzten Spiel gesichert, denn 3 Mannschaften mußten absteigen. Wir hatten am Ende einen Punkt mehr als der dritte Absteiger, der FSV Seelbach. 1967/68.Wieder ein Platz in der oberen Tabellenhälfte. Nur für diejenigen, die an die hervorragende Rückrunde 1966/67 noch größere Erwartungen geknüpft haben, mag die 17. Saison der 2. Amateurliga enttäuschend verlaufen sein. Immerhin brachte sie hinter Lahr, Gaggenau, Zell und Offenburg lb am Ende den 5. Platz ein. Auf eigenem Platz wurden nur Punkte gegen Baden-Oos 1:1, Gaggenau 0:0, Haueneberstein 2:3, Haslach 0:1 und Lahr 0:2 abgegeben. Dem standen Siege in Lichtental 4:1, Haueneberstein 3:1, Auenheim 3:1, Zunsweier 1:0 und Offenburg 3:1 sowie Unentschieden in Oos 1:1, Iffezheim 1:1 und Lahr 5:5 gegenüber.

1968/69.Zum 50-jährigen Jubiläum Meister- Aufstieg in die 1. Amateurliga! Das wohl erfolgreichste Jahr seit Bestehen der Fußballabteilung des SV Germania wurde die Saison 1968/69. In der Vorrunde mit 8 gewonnen Spielen und 7 Unentschieden umgeschlagener Halbzeitmeister. Zwei Spiele vor Abschluß der Runde war der SV Germania vorzeitig Meister der 2. Amateurliga Staffel 1. Die beiden letzten Spiele gegen Offenburg lb und Auenheim waren bedeutungslos geworden. Damit schaffte der SV Germania den bisher größten Erfolg in seiner Vereinsgeschichte. Das 50-jährige Jubiläumsfest des Vereins fand in der Zeit vom 20. bis 30. Juni 1969 statt. Pünktlich zum Jubiläumsfest wurde der Rasenplatz neu angelegt. Auch fand auf dem Germaniagelände anläßlich des 50-jährigen Jubiläums ein Festgottesdienst statt, bei welchem auch der Musikverein und der MGV Badenia mitwirkte. 1969/70.Erstes Jahr in der höchsten deutschen Amateurklasse.

Im ersten Spiel in der 1. Amateurliga mußten die Germanen beim FV Lörrach antreten. Hierbei mußten wir gleich erkennen, daß in dieser Klasse ein rauherer Wind wehte, als eine Klasse tiefer. Mit 0:6 mußten wir letzten Endes die Heimreise von der Schweizer Grenze antreten. Auch das erste Heimspiel gegen Emmendingen ging verloren, zwar knapp mit 2:1, doch im nächsten Heimspiel gegen Waldkirch reichte es zum ersten Punkt. Insgesamt gelangen in der Vorrunde lediglich 2 Siege. Vor dem letzten Heimspiel der Saison 1969/70 gegen Lahr stand alles auf des Messers Schneide, ob die Germanen bereits im ersten Jahr der Zugehörigkeit zur 1. AL wieder absteigen müssen. Das Spiel gegen Lahr wurde gewonnen und die Mannschaft spielte auch in der kommenden Saison im Amateurliga-Oberhaus.

1970/71.Abstieg aus der 1. Amateurliga. Die zweite Verbandsrunde in der 1. AL begann am 16.8.1970 mit dem Heimspiel gegen die Amateure des FC Freiburg. Das Spiel und die darau folgenden Spiele wurden alle verloren. Aus den folgenden 3 Heimspielen wurde lediglich 1 Punkt geholt, der 2. Punkt wurde in Rastatt erkämpft. Mit dem Sieg gegen Weil am 6.12. 1970 schöpfte man nochmals Hoffnung, doch es half alles nichts, zu stark waren die Gegner, und mit dem letzten Spiel am 25.4.1971 war der Fußballtraum 1. AL. ausgeträumt. 1971/72.Wieder 2. Amaleurliga – und gleich wieder Abstiegskampf. Die Saison 1971/72 begann am 7. August mit einem Heimsieg gegen Zell a.H. Im zweiten Spiel in Oppenau wurde man auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt, und man unterlag mit 2:0 Toren. Auch die kommenden Spiele wurden verloren und im Nu sah man sich im unteren Tabellenfeld wieder. Bis zum letzten Verbandsspiel gegen Kuppenheim mußte gezittert werden, ehe dem Abstieg doch noch entronnen wurde.

1972/73.Was sich in der Vorsaison bereits andeutet – Abstieg in die A Klasse. Die Verbandsrunde begann am 13. 8.1973 mit einem Heimsieg gegen Zunsweier. Am Ende der Vorrunde stand man bereits auf einem Abstiegsplatz. Nach einem Punktgewinn in Kuppenheim folgte sofort eine Heimniederlage gegen Baden-Oos, und in der Folge wurden die Spiele gegen Sinzheim und Achern verloren. Man hatte zwar bis zuletzt noch die Hoffnung auf den Klassenerhalt, zumal noch 2 Entscheidungsspiele gegen den SV Seelbach anstanden. Nachdem bereits das erste 0:0 endete, fand das alles entscheidende Spiel erneut in Achern statt und wurde letztendlich knapp verloren; zum erstenmal nach dem Krieg spielten wir ab der nächsten Saison in der A-Klasse. 1973/74. Start in der A-Klasse mit großen Erwartungen. Ziel war es von vornherein, den Wiederaufstieg in die 2. Amateurliga zu schaffen. Die Verbandsrunde begann am 26. 8. 1973 mit einem Heimspiel gegen Ottenhöfen das auch gewonnen wurde. Bis zur Winterpause tat sich nichts Weltbewegendes und Siege und Niederlagen wechselten sich stets ab. Mit einem Sieg im letzten Spiel gegen Oberächern wurde eine sicheriich nicht zufriedenstellende Verbandsrunde beendet. Die alljährliche Sportwerbewoche wurde in diesem Jahr vom 23. bis 27. 5. 1974 durchgeführt.

1974/75.Nach 2-jährigem Gastspiel in der A-Klasse wieder in der 2. Amateurliga. Relativ spät, am 1. September, begann die neue Verbandsrunde gegen die Gastarbeitermannschaft Sloga Rotenfels. Nach einem Sieg gegen Rotenfels wechselten bis Mitte der Vorrunde Siege und Niederlagen einander ab. Zum Ende der Vorrunde hatte sich unsere Mannschaft jedoch in der Spitzengruppe etabliert. Die Winterpause schien den Germanenspielern aber nicht gutgetan zu haben, denn die ersten Spiele wurden verloren; Mitte April hatte man jedoch wieder Tuchfühlung zum Spitzenreiter. Die folgenden Spiele wurden alle positiv gestaltet und die Entscheidung um den Wiederaufstieg fiel am 4.5.1975 im Spiel in Haueneberstein, welches mit 1:0 gewonnen wurde.Insgesamt wurden 20 Spiele gewonnen und jeweils 5 verloren bzw. unentschieden gespielt. Übrigens, ein trauriges Ereignis war der allzufrühe Tod unseres langjährigen Vorsitzenden, Wilhelm Dürrschnabel, am 16.4.1 975. 1975/76. Gut behauptet in der 2. Amateurliga. Die neue Saison in der 2. AL begann am 17. 8. 1975 mit einem Heimspiel gegen Fautenbach, das 1 :l endete. Es folgten eine knappe 2:1 Niederlage in Sinzheim und anschließend ein 3:1 Erfolg gegen Ottenau. Danach spielte man dreimal hintereinander unentschieden. Zur „Halbzeit“ stand man auf dem 6. Tabellenplatz mit 16:14 Punkten. Am Ende reichte es zu einem gesicherten Platz, wenn auch nur in der unteren Tabellenhälfte. In der Generalversammlung im Mai 1976 übergab der langjährige Vorsitzende Herbert Schmitt das Amt des 1 . Vorsitzenden, das er 10 Jahre inne hatte, an den Schriftführer des Vereins, Siegbert Ganz, ab. Herbert Schmitt wurde von der Versammlung als Präsident gewählt.

1976/77.Keine optimale Runde für den SVG. Am 1 5. 8. 1976 begann die neue Saison mit einem 3:0 Heimsieg gegen Spvgg. Bühlertal. Es folgten 2 Niederlagen, ehe man in Ötigheim mit 0:2 gewann. Mit einem Punktestand von 13:17 ging man in die Winterpause. In der Rückrunde holte man noch 12 Punkte und landete letzten Endes mit 25:35 Punkten auf Rang 12. 1977/78.Spielertrainer Schmiglewsky wurde in dieser Saison von dem ehemaligen KSC-Profi Horst Wild abgelöst,und man versprach sich für die neue Runde einen spürbaren Aufschwung. Bereits das erste Spiel in Baden-Oos endete 1:1 Unentschieden und ähnlich wie dieses Unentschieden war die Leistung über die gesamte Runde hinweg – Mittelmaß. Zum Rundenabschluß standen wir auf Rang 11 mit einem Punkteverhältnis von 28:32 Punkten. Eine starke Jugendabteilung prägte zu dieser Zeit den Verein. In 7 Jugendmannschaften hatten wir über 150 Aktive. Die E- und D-Jugend wurden in dieser Saison Bezirksmeister.

1978/79. Nach 28 Jahren 2. Amateurliga – künftig Landesliga. Nach 28 Jahren gab es ab dieser Spielrunde keine 2. Amateurliga mehr. Künftig hieß die bisher zweithöchste Amateurklasse Landesliga. Übrigens seit Bestehen der 2. Amateurliga von 1950 bis 1978, war Bietigheim der Verein, der am längsten – insgesamt 23 Jahre dieser Klasse angehörte. Die Saison begann mit einem 3:1 Auftaktsieg gegen Bühlertal. Neu in dieser Runde war das Erscheinen von „Germania Aktuell“, welches an allen Heimspielen des SVG erschien. Trainer in dieser Runde war Djordje Nikolic. Relativ gut stand man im vorderen Tabellendrittel nach 16 Spielen mit 19:13 Punkten. Am Ende reichte es bei 29:31 Punkten zu einem 10. Tabellenplatz. Übrigens, am 23. November 1978 wurde vom ersten Vorsitzenden Siegbert Ganz eine Freizeitsportgruppe gegründet, insbesondere für weibliche, aber auch für männliche Sportfans. Vom 4. bis 9. Juli 1979 feierte der SV Germania sein 60jähriges Bestehen. Im Rahmen des Festbanketts erhielten der erste Vorsitzende Siegbert Ganz die Verbandsehrennadel und der 2. Vorsitzende Helmut Kühn die silberne Verbandsehrennadel für 2Ojährige Tätigkeit im Fußballgeschäft. In diesem Jahr wurde mit der Planung des Umbaus und Ausbaus des Clubhauses begonnen.

1979/80.Bietigheim stärkste Auswärtself. Neuer Trainer war in diesem Jahr der aus der Bietigheimer Jugend stammende Ex-KSCler Willi Dürrschnabel, der mit der Mannschaft einen sehr guten Start erwischte. Nach 3 Spielen, in Hörden 0:2, Elgersweier 2:2 und in Ottenau 0:2, hatte man einen Traumstart mit 5:1 Punkten. Nach Ende der Vorrunde standen 18:12 Punkte auf dem Konto, wobei wir die erfolgreichste Auswärtsmannschaft mit 1 2:2 Punkten waren. Daheim klappte es allerdings nicht so gut, ansonsten hätten wir unangefochten die Tabellenspitze angeführt. In der Rückrunde lief es dann auswärts auch nicht mehr so gut, trotzdem stand man am Ende auf dem 5. Tabellenplatz mit 32:28 Punkten und einem Torverhältnis von 47:52. Höhepunkt der Runde war das Pokalmatch gegen den Oberligisten Offenburger FV, das erst in der Verlängerung mit 3:0 verloren wurde. 1980/81. Mannschaftlicher Umbruch – 9 Spieler verlassen den SVG. Ausverkauf in Bietigheim, so wertete die Presse den Abgang von 9 Stammspielern der 1. Mannschaft. Damit wurde von vornherein der Abstieg in Kauf genommen. Trotz alledem waren die Kameradschaft und der sportliche Geist besser denn je. Der Umbau des im Jahr 1953 erbauten Clubhauses war ein großes Unterfangen, was aber erfolgreich abgeschlossen wurde. Das erste Heimspiel gegen Baden-Oos wurde gleich mit 4:1 verloren. Es folgten zwei weitere Niederlagen mit 4:O gegen Fautenbach und 3:1 gegen Linx, ehe uns in Ottenau ein überraschender 1:O Auswärtserfolg gelang. Bereits nach 11 Spielen lag man aber mit 5:17 Punkten am Tabellenende. Ein weiterer überraschender Auswärtserfolg in Oberweier war aber der Auftakt zu einer bravourösen kämpferischen Gesamtleistung, die letztendlich ausreichte, um den Klassenerhalt zu sichern.

1981/82.Erneuter Abstieg aus der Landesliga. Im dritten Jahr in Folge war Willi Dürrschnabel Trainer der Germanen. Doch auch er konnte das Schicksal des SVG nicht aufhalten, der Abstieg aus der Landesliga war von vornherein zu befürchten, was schließlich auch geschehen ist. Die Saison begann mit einer 4:1 Niederlage in Bühl und endete mit einer 3:6 Niederlage daheim gegen Baden-Oos. Mit 8:52 Punkten und einem Torverhältnis von 29:116 schloß man die Runde auf dem letzten Tabellenplatz ab; ein trauriger Rekord. Doch dem sportlichen Niedergang folgte kein wirtschaftlicher, im Gegenteil, das Vereinsleben war aktiver denn je, zumal der Umbau des Clubhauses alle Kräfte beanspruchte.

1982/83.Aus dem erhofften Wiederaufstieg in die Landesliga wurde Abstieg in die A-Klasse. Mit dem neuen Spielertrainer Klaus Eberie wollte man den sofortigen Wiederaufstieg in die Landesliga Staffel 1 anstreben. Nach 5 Spielen hatte der SV Germania in der Bezirskliga Baden-Baden 1:9 Punkte und damit einen mehr als miserablen Start. Zur Halbzeit lag man mit insgesamt 8 Piuspunkten auf dem zweitletzten Rang. Statt Wiederaufstieg hatte man nun Abstiegssorgen. Am Ende der \\/erbandsrunde war man im wahrsten Sinne des Wortes auch am Ende, denn im „freien Fall“ ging es in die A-Klasse. Zwei Abstiege hintereinander – das bisher düsterste Kapitel des SVG im fußballerischen Bereich. In der Abschlußtabelle lag der SVG auf dem vorletzten Tabellenplatz mit 16:44 Punkten und 32:63 Toren. Insgesamt wurden in dieser Spielrunde 28 Spieler in der 1. Mannschaft eingesetzt. Die C_Jugend wurde Meister der Bezirksstaffel. 1983/84. Sofortiger Aufstieg in die Bezirksliga war erklärtes Ziel. In neuer Umgebung, der A-Klasse, begann man am 4.9.1983 mit einem 3:2 Sieg gegen Ottersweier. Mit Jörg Schmiglewsky hatte man wieder einen bewährten Spielertrainer. Zur „Halbzeit“ lag man mit 20:10 Punkten auf dem zweiten Tabellenplatz nach dem FV Würmersheirn. Am 27. Spieltag lag man mit 3 Punkten Vorsprung an der Tabellenspitze. Das anschließende Auswärtsspiel in Rotenfels endete 1:1 unentschieden und das darauffolgende Heimspiel gegen den Nachbarverein RW Elchesheim wurde mit 3:5 verloren. Trotzdem hätte man noch Meister werden können, denn im letzten Spiel gegen den punktgleichen Tabellenführer Gaggenau führte man zur Pause mit 2:1 Toren und sah wie der sichere Sieger aus, aber letzten Endes handelte man sich eine unnötige 3:4 Heimniederlage ein und damit hatte man sich die gesamte Runde vermiest. Die anschließende Enttäuschung über die verpaßte Meisterschaft war sicherlich so groß wie der Abstiegsschmerz vor einem Jahr.

1984/85.Neuer Anlauf zum Aufstieg in die Bezirksliga. Trainer Kurt Muck löst Jörg Schmigiewsky ab. Die Runde begann mit einer 3:1 Niederlage in Ottersdorf. Es folgten ein 1:1 Unentschieden gegen Elchesheim und ein 3:1 Sieg gegen Würmersheim. Zur Rundenmitte lag man mit 19:11 Punkten auf dem 4. Tabellenrang hinter Ottersdorf, lllingen und Steinmauern. Zum Jahresende 1985 wurde der Clubhausumbau nach 5jähriger Umbauphase soweit abgeschlossen. Eine enorme Arbeit mit viel Fleiß und Arbeitseinsatz ging erfolgreich zu Ende. Aufgrund großer Verletzungssorgen fielen wir mehr und mehr zurück und erreichten letztendlich nur einen gesicherten Mittelfeldplatz.

1985/86.Ziel Bezirksliga nicht aus den Augen gelassen. Zunächst ging Mitte 1985 eine Ära zu Ende. August Schenkel hat nach fast ingesamt 30 Jahren das Amt des Platzwartes aufgegeben – mit ihm verloren wir ein Original, die Enttäuschung war groß. Die Runde begann mit einem 3:1 Sieg gegen Würmersheim. Doch in der Folgezeit ging es mehr schlecht als recht. Nach 20 Spielen hatten wir 15:25 Punkte und standen auf dem 12. Tabellenplatz – erneut eine Enttäuschung. Kurt Muck warf zwischenzeitlich das Handtuch und Willi Dürrschnabel übernahm interimsweise das Traineramt. Mit Ach und Krach schaffte man letzten Endes noch den Klassenerhalt.

1986/87.Hoffnung auf bessere sportliche Zukunft. Für dieses Spieljahr hatte man sich im Germanen-Lager einiges vorgenommen; doch nach dem Auftaktsieg gegen DIK Au folgte Niederlage auf Niederlage und die Enttäuschung war groß. Und Mitte Oktober fand ein erstes „Krisengespräch“ innerhalb der Verwaltung statt. Nach 2 Siegen in Folge stand man immer noch auf dem letzten Tabellenplatz, doch der Anschluß an das Mittelfeld war wieder hergestellt. Mit Beginn der Winterpause hatte man 15:21 Punkte erreicht, und die Gesamtsituation war mit dem Erreichen des 14. Tabellenplatzes wieder etwas entspannt. Nach 27 Spieltagen stand man am 9. Tabellenplatz, und der Klassenerhalt war vorzeitig gesichert. Insgesamt eine Saison mit vielen Enttäuschungen, wobei 28 Spieler in der 1. Mannschaft eingesetzt wurden.

1987/88.Erneut eine Zitterrunde. In der zweiten Runde war Christian Zimmermann Trainer der Germanen, und erneut hatten wir die Hoffnung auf einen Wiederaufstieg. Doch bald stellte sich heraus, daß auch diese Runde zu einer äußerst schwierigen wurde. Trainer Zimmermann wurde von Harald Sczech abgelöst und der Klassenerhalt wurde gerade noch geschafft. Nach 18jähriger Funktion als 2. Vorsitzender übergab Helmut Kühn dieses Amt bei der Generalversammlung am 27. 5. 1988 an Klaus Schuster.

1988/89.Anlauf zur A-Klassen-Meisterschaft. Ein erneuter Anlauf zur Meisterschaft in der A-Klasse wollte man in dieser Saison starten, wobei im ersten Heimspiel gleich eine Niederlage hingenommen werden mußte, doch bis zur Winterpause brachte man es schließlich auf den 2. Tabellenplatz, und die Hoffnung auf die Meisterschaft wurde größer. Bis zum vorletzten Spieltag war man noch auf Meisterschaftskurs, doch mit der folgenden 5:2 Schlappe bei der DJK Au, war man aus dem Meisterschaftsrennen. Mit 40:20 Punkten belegte man letztendlich Platz 3. Folge Die II. Mannschaft erreichte in diesem Spieljahr zum zweitenmal in Folge die Meisterschaft.

1989/90. Erneut Meisterschaft im Visier – endlich geschafft! Mit Michael Köpke hatte man einen neuen Spieler-Trainer und die ersten Spiele brachten 5:1 Punkte. In der Folgezeit spielte man relativ konstant, und bis zur Winterpause hatte man sich die Tabellenspitze bei 26:10 Punkten erkämpft. Am 28. Spieltag, mit dem 2:0 Auswärtssieg in Staufenberg, wurde vorzeitig die Meisterschaft sichergestellt. Mit 9 Punkten Vorsprung wurde man schließlich Meister der A-Klasse, und damit war der Aufstieg in die Bezirksliga geschafft: Auch die II. Mannschaft kam erneut zu Meisterehren und dies nun zum drittenmal hintereinander. Aber auch im Jugendbereich war man sehr erfolgreich. Neben durchaus guten Tabellenplätzen wurde auch die E- und B-Jugend Meister ihrer Klasse.

1990/91. Selbstbewußt in die Bezirksliga. Zu Beginn der Runde hatte Spielertrainer Köpke (3. Jahr) einen großen Spielerstamm um sich, deren Durchschnittsalter bei nur 22 Jahren lag – eine gute Zukunftsperspektive. Das Saisoneröffnungsspiel fand in Plittersdorf statt und wurde knapp mit 3:2 verloren und nachdem man auch anschließend in Rauental und daheim gegen Ötigheim verlor, machte man lange Gesichter im Lager der Germanen. Gegen Weitenung gelang dann der erste Heimsieg, doch im weiteren Verlauf mußte man um jeden Punkt schwer kämpfen. Zum Ende der Vorrunde hatte man 11 Pluspunkte. Mit einem 3:2 Heirnsieg im vorletzten Saisonspiel gegen den SC Baden-Baden wurde schließlich der Klassenerhalt gesichert. Kurz vor Saisonende wurde der bisherige Spielertrainer Michael Köpke von Conny Koffler abgelöst.

1991/92. Gut behauptet in der Bezirksliga. Am 16. 8. 1991 war Saisonauftakt mit einem 2:2 gegen den VfB Bühl. Es folgten 2 Siege, ehe man nach einer 0:4 Niederlage gegen Gaggenau 11 wieder auf den Boden der Tatsachen zurückkam. Immerhin lag man noch bis zur Winterpause im oberen Tabellendrittel, mit Tuchfühlung zum Spitzenreiter. Am Ende fehlte lediglich 1 Punkt zu einem Entscheidungsspiel für einen Aufstiegsplatz. Auch im Verwaltungsbereich ging eine Ära zu Ende. Nach 16 Jahren ununterbrochener Tätigkeit als 1. Vorsitzender übergab Siegbert Ganz diesen verantwortungsvollen Posten an Stefan Gerber. In der gleichen Generalversammlung wurden eine neue Satzung sowie eine neue Jugendordnung verabschiedet. 1992/93.Presse-Favorit in der Bezirksliga. Als Presse-Favorit für die Meisterschaft in der Bezirksklasse ging es in die neue Saison. In der Vorrunde lief es noch ganz gut und wir lagen gut im oberen Tabellenfeld, doch in der Rückrunde ging uns das Stehvermögen aus und der Nachbarverein FV Ötigheim wurde Meister der Bezirksklasse. Trotzdem konnten wir 1993 einen sportlichen Erfolg begehen, und zwar wurde der SV Germania Bezirkspokalsieger 1992/93.

1993/1994. Im Zeichen des 75jährigen Jubiläumsfestes. Im Juni 1994 feiert der SV Germania Bietigheim sein 75jähriges Bestehen, was gleichzeitig auch Anlaß ist, dieses Jubiläum in einem würdigen Rahmen zu feiern. Die Vorbereitungen begannen bereits Ende 1993, wobei wir alle hoffen und wünschen, daß dieses Fest zu einem bleibenden Erfolg wird. 1994/1995. Zum 75.jährigen Vereinsjubiläum richtete der SV Germania erstmals das Hardt-Turnier aus. Insgesamt nahmen 8 Mannschaften aus der näheren Umgebung an diesem Turnier teil. Sportlich ging es in der Saison 1993/94 erneut abwärts, am Ende stand ein erneuter Abstieg in die Kreisklasse A. Ziel für die kommende Saison, 1994/95 war der sofortige Wiederaufstieg; am Ende der Saison 94/95 mußte man heil froh sein, daß man nicht erneut abstieg.

1995/1996. Mit einem neuen Spielertrainer, Gerold Riedinger, ging es in die Verbandsrunde 1995/96, die am 27.08.1995 begann. Die Leichtathletikabteilung veranstaltete aus Anlass des 25- Bestehens der LG Hardt am 22.07.1995 in Bietigheim ein Wettkampf – Sporttreff – Open Air. Leider fiel die Veranstaltung buchstäblich ins Wasser. Am 21.09.1995 verstarb unserer Hauptkassier und langjähriger Aktiver, Walter Kiefer, im Alter von 46 Jahren an akutem Herzversagen. Fußballerisch endete die Saison erneut im unteren Tabellendrittel.

1996/1997 Die Generalversammlung am 31.05.1996 wählte erstmals einen dritten Vorsitzenden (Dr. Bertram Ganz). Erster Vorsitzender im siebenten Jahr, Stefan Gerber, 2. Vorsitzender Klaus Heck, Hauptkassier Siegbert Ganz. Die Generalversammlung beschloß die Erhöhung der Mitgliedsbeiträge ab 01.01.1997. Mit Jochen Wiedemann verpflichtete man für die Saison 1996/97 einen neuen Spielertrainer. Die Runde begann mit einer 5:2 Niederlage in Hügelsheim. Am Ende der Saison erreichte man einen ernüchternden Platz im unteren Tabellendrittel. In der Generalversammlung am 06.06.1997 löste Karlheinz Lambert, Stefan Gerber als ersten Vorsitzenden ab.

1997/1998 Die Saison 1997/98 begann wie die letzte, mit einer Niederlage. Am Ende der Saison stand man auf einem guten 6. Tabellenplatz. Die zweite Mannschaft wurde Klassen – Meister. Neu renoviert wurde der Wirtschaftsbereich des Clubhauses. Der Biervertrag wechselte von Moninger auf Hatz. Das Clubhaus wurde in dieser Saison erstmals verpachtet. 1998/1999 Die erste Mannschaft peilt erneut den Aufstieg an, nachdem mit Uwe Schenkel ein alter Germane an seine ursprüngliche Wirkungsstätte zurückkam. In den ersten 5 Spielen war man sehr erfolgreich und stellte den stärksten Angriff, allerdings auch eine der schwächsten Abwehrreihen, was sich schließlich am Saisonende negativ auswirkte und der angepeilte Aufstieg wurde erneut verpasst. Spielertrainer Wiedemann stellte in der Winterpause sein Amt zur Verfügung und Andy Kranacher übernahm zunächst interimsmäßig bis Rundenende die Trainingsleitung.

1999/2000 Der Wunsch von Trainer Kranacher für die neue Runde war, ganz vorne dabei zu sein. Im ersten Spiel erwischte man jedoch einen klassischen Fehlstart und nach der Hälfte der Runde stand man im Mittelfeld. Andy Kranacher legte sein Traineramt nieder und Thomas Jösel übernahm die Verantwortung für den sportlichen Bereich. Am Saisonende schaffte man immerhin noch einen Platz im vorderen Tabellendrittel. Die Generalversammlung Ende Mai 2000 brachte eine Ablösung der gesamten bisherigen Vorstandschaft. Neuer erster Vorsitzender wurde Dr. Heiner Wirbser, zweiter Vorsitzender Patrick Kühn und Hauptkassier Stefan Meir. Ein Generationenwechsel war vollzogen.

2000/2001 Die Ausgangslage für die neue Verbandsrunde ist bescheiden. Einige Leistungsträger verließen die Mannschaft. Die Neuzugänge kamen überwiegend aus der eigenen Jugend. Trotzdem ist man recht optimistisch für die neue Saison. Das erste Spiel gegen den Nachbarn FV Ötigheim wurde mit 4:0 gewonnen. Die neue Saison verspricht sehr interessant zu werden, stehen doch mit den alten Lokalrivalen, Durmersheim, Ötigheim und Mörsch zahlreiche Derbys an, die an bessere Zeiten in der damaligen ersten und zweiten Amateurliga erinnern.